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Wie verläuft eine komplizierte Burnout-Therapie?

Der organisatorische Ablauf ist der gleiche wie bei der normalen Therapie. Erstgespräch, Befunde anderer einholen, Bericht, Therapie- und Coachingplan erstellen, Besprechung, Vereinbarung, Umsetzung bis zur Zielerreichung.
Welche Komplikationen können auftreten?

1.    Sie sind in einem Burnout der Phase 12: Sie können nicht mehr essen, nicht mehr schlafen, diverse Organfunktionen versagen, Sie haben ständig Weinkrämpfe und sind nur noch erschöpft und verzweifelt. Jetzt geht es um die richtigen Medikamente, das ist manchmal sehr schwierig. Sie haben ja keine richtige Depression, sondern eine Erschöpfungsdepression, demzufolge helfen die klassischen Medikamente nicht oder anders. Zumeist müssen ja sowieso verschiedene Medikamente kombiniert werden. Hier sollte man nur mit Ärzten zusammen arbeiten, die so etwas häufig machen. Das übliche Versuch- und Irrtum-Herumprobieren verschlimmert oft den Zustand des Patienten. Hier ist es sinnvoll, den „richtigen“ Schulmediziner mit dem „richtigen“ Heilpraktiker zusammen zu bringen. Muss z.B. jemand wegen seiner Suizidgefährdung in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden, muss man aufpassen, dass nicht mit einer monokausalen Behandlung und einem Alleinkompetenzvertretungsanspruch des Psychiaters, eine für den Patienten ungünstige monatelange Verzögerung der Heilung (und Iatrogenisierung) erfolgt.
Ich habe hier schon Patienten, die man medikamentös ewig nicht richtig einstellen konnte, leiden gesehen. Es ist manchmal wirklich schwierig. 

2.    Die Ursachen für Ihren Burnout liegen u.a. in einer ungünstigen Familien- oder Firmenkonstellation, die Sie zur Zeit nicht ändern können, weil Sie auf deren Kooperation angewiesen sind. Dann muss man Sie aus Ihrem gewohnten sozialen oder familiären Umfeld zeitweilig herauslösen und in eine Klinik einweisen, wo Sie natürlich an deren Therapieprogrammen teilnehmen müssen, was nicht  mit dem von mir aufgestellten Therapie- und Coachingplan übereinstimmen muss. Weil in diesen Kliniken für eine hoch differenzierte individuelle Behandlung oft gar nicht genügend qualifizierte Psychologen da sind, habe ich leider auch schon Patienten kränker und verzweifelter wieder aus der Klinik zurückbekommen als ich sie hingeschickt habe.

3.    Manchmal ändern sich in einer Firma während einer längeren Abwesenheit plötzlich diverse Strukturen. Es wird Personal abgebaut und der derzeit (und vermutlich noch längere Zeit) nicht voll arbeitsfähige Mitarbeiter „Gerade-im-Burnout-Krankenstand“ wird voll mit auf die Liste, des abzuwickelnden Personals gesetzt. Wer hier jetzt auf die Unterstützung durch gewerkschaftlich orientierte Arbeitnehmervertreter (die ihr Gehalt aber von der Firma bekommen) setzt, wird zuweilen in ein noch intensiveres Ränke- und Mobbing-Geschehen reingezogen. Wenn dann zu dem schon schwierigen Erschöpfungsgeschehen existentielle Sorgen dazukommen, kann das den Heilungsprozess massiv verzögern und verlängern.

4.    Durch den massiven Ausfall wird natürlich immer das Familienleben verändert. Wenn das irgendwann nicht mehr toleriert und mitgetragen wird, können auch hier zusätzliche Schwierigkeiten entstehen. Z.B. wenn die Ehefrau irgendwann die Nase voll hat, von dem ewig schwächelnden und jetzt schwer kranken Mann und sich plötzlich in einer Affäre oder einer anderen Partnerschaft wieder findet. Hier wird der  Burnout-Therapeut dann schnell zum mehrfachen Überlebensretter.        

Wenn der Heilungsprozess durch derartige Nebenkriegsschauplätze verlängert oder verhindert wird, kann das den Betroffenen schon ziemlich demoralisieren und die Selbstheilungskräfte schwächen. Da ist eine intensive Therapeuten-Patienten-Beziehung gefragt. Das muss man als Therapeut wollen, können und durchhalten. Gerade hier ist die koordinative Funktion und ein proaktives beschützen, fördern und fordern des Therapeuten gefragt. Eine Burnout-Therapie kann durch solche und andere Komplikationen um ein bis mehrere Monate verzögert werden.  

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